Bericht der Odenwälder Zeitung (26.11.2018):
 
Experimente und E-Gitarren-Klänge
 
 
 
 
 

Birkenau. Die Langenbergschule (LBS) präsentierte sich am Wochenende bei ihrem „Tag der offenen Tür“. 25 Bereiche – von sehenswerten Unterrichtsinhalten über freiwillige Zusatzangebote, an denen sich Schüler beteiligen können – wurden von Lehrern wie Schülern vorgestellt und den Besuchern ans Herz gelegt. Bei regelmäßigen Führungen wurde gemeinsam das Schulgebäude erkundet. Vor allem für Kinder und Eltern, die auf der Suche nach der richtigen weiterführenden Schule sind, öffnete die LBS, die es seit dem Jahr 1972 gibt, ihre Türen.

420 Schüler werden derzeit von 40 Lehrern unterrichtet. Die LBS bietet parallel einen Ganztages- und einen Regelunterricht an. Beim Ganztagesunterricht werden angeleitete Lernzeiten in den Stundenplan integriert und auch zeitlich verteilt, sodass die normalen Hausaufgaben dafür wegfallen. Der Regelunterricht endet früher, dafür aber dann mit Hausaufgaben. „Die Tendenz geht in den letzten Jahren zu unserem Ganztagesangebot“, erklärte Schuldirektor Bernd Brieskorn.

Das Lernen in der Gruppe mit Hilfestellung des Lehrers und vor allem nach dem eigenen individuellen Fortschritt motiviere. Sogar die Regelklasse aus der Stufe 10 hat zur Zeit auf Probe dreimal die Woche so lang Unterricht wie die Ganztagsschüler. Die Schüler haben dies selbst nachgefragt, da sie gemerkt haben, wie viele Ganztagsschüler vom System profitieren. „Das ist zur Zeit noch ein Experiment. Wir evaluieren noch und warten auf die Resonanz von Eltern und Schülern, bevor wir eine feste neue Regelung be-schließen“, sagte Brieskorn. Die Birkenauer Realschule zeigt sich flexibel, um ihre Schüler zu unterstützen. Weitere Schwerpunkte sind das soziale Lernen oder der Unterricht Medienbildung, bei dem die Schüler ab Klasse 5 an Mediennutzung herangeführt werden. Diese und weitere Schwerpunkte stellte der Direktor in einem Saal auch anschaulich den interessierten Eltern mit einer Präsentation vor.

Schulsanitäter für Ernstfall bereit

„Sollen wir jetzt reanimieren?“, hörte man aus einem Klassenzimmer. Keine Sorge, die Schulsanitäter der LBS würden im Ernstfall wahrscheinlich nicht zögern. Aber sie zeigten den Interessierten, was sie alles in ihrem wöchentlichen Kurs lernen. Verband anlegen, Herzdruckmassage, Blutdruck messen: Alles Maßnahmen, die die rund 30 Schulsanitäter beim Leiter des Sanitätsdienstes, Thomas Rech, lernen. „Wir nehmen auch an Wettbewerben teil“, sagte Schülerin Mija Scheid stolz. „Dieses Jahr haben wir beim Sani-Wettbewerb sogar den 1. Platz gemacht.“ Sie erzählte weiter über die verschiedenen Einsätze und erklärte, wie gewissenhaft die Ausrüstung überprüft und immer vervollständigt wird. Und dass das Sanitätsteam nicht nur schulintern bereitsteht, sondern auch bei einigen Veranstaltungen in Birkenau Bereitschaft hat.

Französisch-Austausch

Ein anderer Klassensaal zeigte sich ohne Verbandszeug, stattdessen aber mit Bildern von Kindern im Kletterpark und vorm Eiffelturm: Der Französischaustausch nach La Rochefoucauld mit Abstecher in Paris wurde vorgestellt. Hier fahren jährlich seit 51 Jahren Schüler der 7. bis 9. Klasse in die Partnergemeinde. Die Partnerschaft mit der Schule besteht sogar schon ein Jahr länger als die Partnerschaft der Gemeinden Birkenau und La Rochefoucauld. Ganze zwei Wochen verbringen die meist um die 25 Schüler in ihrer Gastfamilie und noch im selben Jahr findet auch der umgekehrte Austausch statt, bei dem die französischen „Corres“ nach Deutschland kommen. In zwei Wochen können viele spannende Dinge erlebt werden, wie beispielsweise ein Besuch im Comic-Museum in der Stadt der Comics Angoulême. Nicht nur durch den Spaß nehmen die Schüler viel von dem Austausch mit, durch ein Tagebuch, das sie über ihren Aufenthalt führen, bleiben bei ihnen die Eindrücke länger im Kopf. Die Französischlehrerin Anke Arndt freut sich auch darüber, dass sich die Kinder während dieser Zeit gegenseitig bei ihren Schulaufgaben unterstützen. „Ihr habt die Deutschaufgaben eurer Corres bestimmt auch mal gemacht oder?“, sagt sie mit einem Zwinkern und freut sich über den kulturellen und sprachlichen Austausch.

Die LBS bot an diesem Tag aber noch mehr: Aus einem Gang strömte Musik – aber es waren keine Klänge von Blockflöten, sondern das metallische Surren einer E-Gitarre war in den Fluren zu hören. Nebenan wurden im Kunstunterricht Versionen von Nanas nach der Künstlerin Niki de Saint Phalle hergestellt, denen jede Schülerin eine individuelle Note gab.

Im Foyer verkaufte die Schülervertretung Getränke und Hotdogs, während sie auch Fragen über ihre Arbeit beantwortete. Und im Chemie-Saal konnte man mehrmals am Tag Experimente hautnah erleben. cn

 

 

 

Programm 2018